Die Rechnung für Schraube und Mutter
- Klemmlänge zusammenzählen: Bauteile + Scheibe unter dem Kopf + Scheibe unter der Mutter + Sicherungsscheibe.
- Mutterhöhe dazunehmen.
- Überstand addieren: Zahl der Gänge × Steigung.
- Auf die nächste Normlänge aufrunden.
Beispiel M12, Bleche 10 und 8 mm, Scheiben DIN 125 (je 2,5 mm), Mutter DIN 934 (10 mm), zwei Gänge (2 × 1,75 mm): 23 + 10 + 3,5 = 36,5 mm → M12 × 40. Das Gewinde steht dann 7 mm über.
| Verbindung | Klemmlänge | Schraube | Überstand |
|---|---|---|---|
| M8, Bleche 5 + 5, Scheiben DIN 125 | 13,2 mm | M8 × 25 | 5,3 mm |
| M10, Bleche 8 + 6, Scheiben, Federring, Sicherungsmutter | 20,2 mm | M10 × 35 | 4,8 mm |
| M12, Bleche 10 + 8, Scheiben DIN 125 | 23,0 mm | M12 × 40 | 7,0 mm |
| M16, Bleche 20 + 15, große Scheiben, Mutter + Kontermutter | 41,0 mm | M16 × 70 | 8,0 mm |
Was die einzelnen Teile auftragen
| Gewinde | Steigung | Scheibe DIN 125 | Mutter DIN 934 | Sicherungsmutter DIN 985 |
|---|---|---|---|---|
| M6 | 1,0 mm | 1,6 mm | 5 mm | 6 mm |
| M8 | 1,25 mm | 1,6 mm | 6,5 mm | 8 mm |
| M10 | 1,5 mm | 2 mm | 8 mm | 10 mm |
| M12 | 1,75 mm | 2,5 mm | 10 mm | 12 mm |
| M16 | 2,0 mm | 3 mm | 13 mm | 16 mm |
| M20 | 2,5 mm | 3 mm | 16 mm | 20 mm |
Große Scheiben nach DIN 9021 sind etwas dicker, ISO-Muttern etwas höher als DIN-Muttern. Bei knappen Verhältnissen entscheidet das über die nächste Längenstufe.
Schaft oder Vollgewinde
Sechskantschrauben nach DIN 931 haben einen glatten Schaft und nur am Ende Gewinde – bis 125 mm Länge sind es 2 × Durchmesser + 6 mm. Die Mutter kann nur so weit drehen, wie Gewinde vorhanden ist. Ist das Klemmpaket dünner als der Schaft, zieht die Mutter nicht an. Dann ist die Vollgewindeschraube nach DIN 933 richtig. Umgekehrt ist der Schaft von Vorteil, wenn die Schraube auf Abscheren belastet wird: Dann sollte kein Gewinde in der Scherfuge liegen.
Sonderfälle
- Senkschrauben: Die Länge zählt ab Bauteiloberfläche, unter dem Kopf liegt keine Scheibe. Das erste Bauteil muss mindestens so dick sein wie der Kopf hoch ist.
- Hutmuttern: Die Schraube endet in der Mutter. Sie muss lang genug sein, um die tragende Höhe auszufüllen, darf aber nicht am Hutboden anstoßen. Das Fenster dafür ist nur wenige Millimeter breit – oft hilft eine zusätzliche Scheibe.
- Aufgeschweißte Muttern: Auf der Mutterseite gibt es weder Scheibe noch Sicherung. Im Hohlprofil begrenzt der Raum hinter der Mutter die Länge.
- Schrauben in Gewinde: Statt der Mutter zählt die Einschraubtiefe – in Stahl etwa das 1,0-Fache des Durchmessers, in Gusseisen das 1,25-Fache, in Aluminium das 2,0-Fache. Im Sackloch muss Luft bis zum Gewindegrund bleiben.
Wenn die Längenstufe nicht passt
Normlängen springen in Stufen. Liegt der Bedarf knapp über einer Stufe, gibt es drei Auswege: eine dünnere Scheibe, eine niedrigere Mutter oder einen Gang weniger Überstand. Liegt er knapp darunter und die Schraube stünde weit über, hilft eine zusätzliche Scheibe nicht – dann bleibt die längere Schraube die richtige.
Länge ist nicht Tragfähigkeit
Die passende Länge sagt nichts darüber, ob die Verbindung hält. Festigkeitsklasse, Vorspannung und Anziehmoment werden gesondert festgelegt; die Grundlagen stehen im Ratgeber Schraubverbindungen im Metallbau.
Für eigene Kombinationen aus Scheiben, Sicherung und Mutter rechnet der Schraubenlängen-Rechner; er zeigt auch, welche Normteile es je Gewinde gibt.