Warum sich Planen lohnt
Bei einem Geländer mit 60 Füllstäben, zwölf Pfosten und Gurten kommen schnell hundert Zuschnitte aus fünf verschiedenen Profilen zusammen. Wer Stange für Stange nach Gefühl sägt, hat am Ende viele mittellange Reste und muss eine Stange mehr bestellen. Der Schnittplan dreht die Reihenfolge um: erst rechnen, dann sägen.
Was in die Rechnung gehört
- Sägeblattbreite: Jeder Schnitt kostet Material. Eine Bandsäge nimmt 1 bis 2 mm, eine Kreissäge 2 bis 3 mm, eine Trennscheibe etwa 1 bis 2,5 mm. Bei sieben Schnitten sind das bis zu 2 cm.
- Anschnitt: Wird das Stangenende begradigt, verkürzt sich die nutzbare Länge.
- Tatsächliche Stangenlänge: Handelslängen haben Toleranzen; nachmessen, bevor ein Plan auf den letzten Millimeter aufgeht.
- Der letzte Schnitt: Endet ein Teil genau am Stangenende, entfällt dort der Schnitt.
Schnittbilder statt Einzelschnitte
Ein Schnittbild beschreibt, wie eine Stange aufgeteilt wird, zum Beispiel „5 × 800 + 3 × 650“. Ziel ist, mit wenigen verschiedenen Schnittbildern auszukommen, die sich oft wiederholen. Das hat zwei Vorteile: Der Säger muss den Anschlag selten verstellen, und gleiche Stangen können im Bündel gesägt werden.
| Bedarf | Getrennt gesägt | Mit Schnittplan |
|---|---|---|
| 28 × 800 mm | 4 Stangen | 4 Stangen, je 7 Stäbe, Rest 386 mm |
| 20 × 800 + 12 × 650 mm | 5 Stangen | 4 Stangen, je 5 + 3 Stäbe, Rest 34 mm |
| 30 × 1.000 mm, 10 mm Anschnitt | 6 Stangen | 6 Stangen, je 5 Stäbe |
Bündelsägen
Mehrere Stangen werden nebeneinander oder übereinander gespannt und in einem Schnitt getrennt. Das spart Zeit und sorgt für gleiche Längen. Wie viele Stangen in ein Bündel passen, hängt von der Schnittbreite der Säge und vom Profil ab. Wichtig ist, dass das Bündel fest gespannt ist – einzelne Stäbe dürfen sich beim Sägen nicht drehen.
Reste: aufheben oder verschrotten
Ein Rest ist nur etwas wert, wenn er wiedergefunden und wieder gebraucht wird. Bewährt hat sich eine feste Grenze, etwa 200 mm bei Füllstäben: Was länger ist, kommt beschriftet ins Restelager, was kürzer ist, in den Schrott. Beim nächsten Auftrag werden vorhandene Reste zuerst eingeplant – aber nur, wenn sie tatsächlich eine neue Stange einsparen. Sonst erzeugt man aus einem langen Rest nur mehrere kurze.
Reihenfolge an der Säge
- Stangen nach Schnittbild sortieren und bündeln.
- Anschnitt setzen.
- Lange Teile zuerst, kurze zuletzt – so bleibt das Reststück lang genug zum Spannen.
- Teile sofort kennzeichnen (Position, Länge), Reste beschriften.
Mehr als Stäbe
Dasselbe Vorgehen gilt für Rohre, Flachstahl und Winkel. Bei Gehrungsschnitten zählt das längste Maß des Teils, und zwei gegenläufige Gehrungen lassen sich ineinander schachteln. Wie viele Stäbe ein Geländerfeld braucht, ergibt sich aus dem Stababstand.
Schnittplan, Bündel, Reste und Schnittmaße ab Stangenanfang berechnet der Zuschnitt-Rechner.