1. Pflichthöhe bestimmen
Maßgeblich ist die Absturzhöhe: der Höhenunterschied zwischen der begehbaren Fläche und dem Boden darunter. Unter 1 m besteht in NRW keine Pflicht zur Umwehrung, bis 12 m sind es mindestens 90 cm, darüber 110 cm. In Arbeitsstätten gilt mindestens 1,00 m. Gemessen wird ab Oberkante des fertigen Belags – wer vor dem Fliesenlegen misst, muss den Aufbau dazurechnen. Details und Sonderfälle stehen im Ratgeber Geländerhöhe.
2. Pfosten einteilen
Die Gesamtlänge wird in gleich breite Felder geteilt. Die Zahl der Felder ist die Länge geteilt durch den größten gewünschten Pfostenabstand, aufgerundet. Bei 4.000 mm und höchstens 1.200 mm ergeben sich 3,3 → vier Felder und fünf Pfosten. Mit 40 mm breiten Pfosten beträgt das Achsmaß 990 mm, die lichte Feldbreite 950 mm.
Was den Abstand begrenzt: die Holmlast, die jeder Pfosten in den Untergrund leiten muss, die Durchbiegung des Handlaufs und das Gewicht der Füllung. Ecken, Wandanschlüsse und Dehnfugen der Balkonplatte geben weitere feste Punkte vor.
3. Füllung wählen
| Füllung | Wirkung | Zu beachten |
|---|---|---|
| Senkrechte Stäbe | ruhig, zeitlos, kindersicher | Teilung nach der 12-cm-Regel |
| Reling (waagerecht) | leicht, betont die Breite | wirkt als Leiter – ungeeignet, wo Kinder sind |
| Glas (VSG) | freie Sicht, Windschutz | schwer, Halter oder Einspannung, Nachweis nach DIN 18008-4 |
| Lochblech | Sichtschutz, modern | Windlast auf Pfosten und Befestigung |
Die Stabteilung für jedes Feld wird wie im Ratgeber Stababstand berechnet.
4. Höhen festlegen
Von oben nach unten: Handlauf, darunter mit etwas Abstand der Obergurt, die Füllung, der Untergurt und der Spalt zum Boden. Der Spalt unten darf höchstens 12 cm betragen; üblich sind 8 bis 10 cm, damit Wasser abläuft und gekehrt werden kann. Auch zwischen Handlauf und Obergurt bleiben höchstens 12 cm.
5. Profile und Oberfläche
Für Stahlgeländer haben sich bewährt: Pfosten aus Quadratrohr 40 × 40 mm, Handlauf aus Rundrohr 42,4 mm, Ober- und Untergurt aus Flachstahl 40 × 10 mm, Füllstäbe aus Vierkant 12 mm. Bei Edelstahl sind es meist Rundrohre. Außen wird Stahl feuerverzinkt und pulverbeschichtet; warum, erklärt der Ratgeber Oberflächenveredelung.
6. Befestigung
Drei Arten sind üblich: aufgesetzt auf die Balkonplatte, seitlich vor der Stirnseite (die Fläche bleibt frei, der Hebelarm ist länger) und in die Brüstung eingelassen. Am Rand einer Betonplatte brauchen Anker ausreichend Randabstand. Bei gedämmten Fassaden kommen thermisch getrennte Systeme zum Einsatz – siehe Montage an Wärmedämmung.
Beispiel: 4 m Balkongeländer
- Länge 4.000 mm, Höhe 1.000 mm, Stahl, senkrechte Stäbe
- 5 Pfosten, 4 Felder mit 950 mm lichter Breite
- 7 Stäbe je Feld, lichter Abstand 108,3 mm
- Gewicht rund 60 kg ohne Fußplatten und Schrauben
Was die Vorplanung nicht ersetzt
Eine Vorplanung zeigt, wie das Geländer aussieht, was es wiegt und welches Material gebraucht wird. Sie ist kein Standsicherheitsnachweis. Pfostenquerschnitt und Befestigung werden für die konkrete Einbausituation ausgelegt; wird ein Nachweis verlangt, erstellt ihn ein Tragwerksplaner.
Höhe, Pfosten, Füllung, Materialliste und Gewicht für eigene Maße berechnet der Geländer-Planer.