Die drei Maße einer Treppe
- Steigung s: Höhe von Trittfläche zu Trittfläche.
- Auftritt a: waagerechtes Maß von Stufenvorderkante zu Stufenvorderkante.
- Laufbreite: nutzbare Breite zwischen Wand und Geländer bzw. zwischen den Handläufen.
Die Geschosshöhe wird von Fertigfußboden zu Fertigfußboden gemessen. Wer im Rohbau misst, muss die Bodenaufbauten oben und unten einrechnen – ein häufiger Fehler, der die unterste oder oberste Stufe ungleich macht.
Schritt für Schritt rechnen
- Steigungen: Geschosshöhe ÷ Wunschsteigung (etwa 17 bis 18 cm), auf eine ganze Zahl gerundet.
- Steigung: Geschosshöhe ÷ Zahl der Steigungen. Alle Steigungen müssen gleich sein.
- Auftritt: 63 cm − 2 × Steigung.
- Lauflänge: (Steigungen − 1) × Auftritt.
- Neigung: Winkel, dessen Tangens Steigung ÷ Auftritt ist.
Für 2.750 mm Geschosshöhe: 2.750 ÷ 16 = 171,9 mm; Auftritt 630 − 344 = 286 mm; Lauflänge 15 × 286 = 4.290 mm; Neigung rund 31°.
| Steigungen | Steigung | Auftritt | Lauflänge | Neigung |
|---|---|---|---|---|
| 15 | 183,3 mm | 263 mm | 3.682 mm | 34,9° |
| 16 | 171,9 mm | 286 mm | 4.290 mm | 31,0° |
| 17 | 161,8 mm | 306 mm | 4.896 mm | 27,9° |
Fehlt die Länge für den bequemen Auftritt, wird die Treppe steiler geplant – solange das Schrittmaß zwischen 59 und 65 cm bleibt und die Grenzmaße der Norm eingehalten sind.
Grenzmaße nach DIN 18065
| Gebäude | Steigung | Auftritt | Laufbreite |
|---|---|---|---|
| Wohnhaus bis zwei Wohnungen | 14 bis 20 cm | 23 bis 37 cm | mind. 80 cm |
| Keller- und Bodentreppen | 14 bis 21 cm | 21 bis 37 cm | mind. 80 cm |
| sonstige Gebäude | 14 bis 19 cm | 26 bis 37 cm | mind. 100 cm |
Weitere Regeln, die bei der Planung oft übersehen werden: Bei offenen Stufen darf die Öffnung zwischen zwei Stufen in Gebäuden, in denen mit Kindern zu rechnen ist, höchstens 12 cm betragen. Stufen ohne Setzstufe werden um mindestens 3 cm unterschnitten. Ist der Auftritt kleiner als 26 cm, muss er zusammen mit der Unterschneidung mindestens 26 cm ergeben.
Kopfhöhe und Deckenöffnung
Über jeder Stufe müssen senkrecht mindestens 2,00 m frei bleiben. Kritisch ist die Stelle unter der Deckenkante. Faustregel: Die Öffnung muss so lang sein, dass die Treppe bis zur Deckenkante schon so weit gestiegen ist, dass zwischen Stufe und Deckenunterseite 2,00 m bleiben. Bei 2,75 m Geschosshöhe und 25 cm Decke heißt das: An der Deckenkante darf die Stufe höchstens 50 cm über dem unteren Boden liegen – die Öffnung reicht also fast über die ganze Lauflänge.
Wangen, Stufen, Geländer
Bei Stahltreppen tragen zwei Wangen aus Flachstahl oder U-Profil die Stufen. Die Wangenlänge ist die Länge der Steigungslinie: Wurzel aus Lauflänge² plus Höhe². Als Stufen kommen Gitterroste (außen, Werkstatt), Blech oder Holz auf Stahlkonsolen in Frage. Zwei ausgeführte Beispiele: die Stahltreppe mit Holzstufen und die Werkstatttreppe mit Gitterroststufen.
Zur Treppe gehört ein Geländer an jeder freien Seite und ein griffsicherer Handlauf. Dessen Neigung entspricht der Treppenneigung – das ist beim Gehrungsschnitt am Übergang zum Podest wichtig.
Stufenzahl, Steigung, Auftritt, Lauflänge, Kopfhöhe und Stufentabelle für die eigene Geschosshöhe berechnet der Treppenrechner.