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Ratgeber · Werkstattwissen · Treppenbau

Außentreppe aus Stahl planen: vom Fundament bis zum Belag

Eine Außentreppe aus Stahl steht auf Fundamenten, deren Sohle frostfrei liegt – als Mindestmaß gelten 80 cm unter Gelände. Die Stufen müssen rutschhemmend sein und Wasser abführen; Gitterroste erledigen beides. Ab 1 m Absturzhöhe braucht die freie Seite ein Geländer von mindestens 90 cm, dazu kommt ein griffsicherer Handlauf.

Dipl.-Ing. (FH) Thorsten W. Recklebe

Dipl.-Ing. (FH) Thorsten W. Recklebe
Aktualisiert am

Zuerst die Maße

Steigung, Auftritt und Lauflänge einer Außentreppe werden wie bei jeder Treppe aus der Höhe berechnet. Die Höhe ist hier der Abstand zwischen dem fertigen Gelände unten und der Türschwelle oder dem Podest oben. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Treppe planen nach DIN 18065; die Zahlen für die eigene Höhe liefert der Treppenrechner.

Draußen kommt hinzu: Das Gelände ist selten eben und wird oft erst nach der Treppe gepflastert. Die Höhe der untersten Stufe muss deshalb auf das spätere Pflaster bezogen werden, nicht auf den Rohboden.

Fundamente: frostfrei und über dem Spritzwasser

Gefriert Wasser im Boden unter einem Fundament, hebt es das Fundament an. Im Frühjahr setzt es sich wieder, selten gleichmäßig. Die Treppe verzieht sich, der Anschluss am Haus reißt. Deshalb liegt die Fundamentsohle unter der Frostgrenze. Als Mindestmaß werden 80 cm genannt; in Höhenlagen ist es mehr.

Für eine gerade Treppe genügen meist zwei Fundamente: eines am Antritt, eines unter den Podeststützen. Drei Punkte sind bei der Ausführung wichtig:

  • Fundamentkopf über Gelände. Der Stützenfuß steht nicht im Erdreich und nicht in der Pfütze. Einige Zentimeter Beton über dem Pflaster halten Spritzwasser und Streusalz vom Stahl fern.
  • Fußplatte gedübelt statt einbetoniert. Eine verschraubte Fußplatte lässt sich ausrichten und bleibt kontrollierbar. Ein einbetonierter Pfosten rostet genau an der Stelle, die niemand sieht.
  • Leitungen vorher orten. Vor Hauseingängen liegen Hausanschlüsse, Regenwasser- und Drainageleitungen dicht beieinander.

Anschluss an das Gebäude

Am oberen Ende gibt es zwei Wege. Entweder das Podest liegt auf Konsolen an der Hauswand – dann trägt die Wand einen Teil der Last. Oder das Podest steht auf vier eigenen Stützen und wird am Haus nur gegen Verschieben gehalten. Die zweite Lösung belastet die Wand kaum und ist bei Altbauten mit unbekanntem Mauerwerk und bei gedämmten Fassaden die sichere Wahl. Für Anker in gedämmten Wänden gilt, was im Ratgeber Montage an Wärmedämmung steht.

Zwischen Podest und Fassade bleibt eine Fuge. Sie verhindert, dass Wasser vom Podest an der Wand hinunterläuft und dass Stahl und Mauerwerk sich bei Temperaturwechsel gegenseitig zwängen.

Das Podest vor der Tür

Eine Treppe darf nicht unmittelbar hinter einer Tür beginnen, die in Richtung der Treppe aufschlägt. Dazwischen gehört ein Absatz, der mindestens so tief sein soll, wie die Tür breit ist (§ 34 Absatz 7 BauO NRW). Bei einer Tür von 1 m Breite also 1 m Podesttiefe – in der Praxis etwas mehr, damit man beim Aufschließen sicher steht und eine Tasche abstellen kann.

Lange Läufe werden nach höchstens 18 Stufen durch ein Zwischenpodest unterbrochen.

Stufenbeläge im Vergleich

Belag Wasser, Schnee Rutschhemmung Hinweis
Gitterrost fällt durch hoch, mit gezahnten Stäben noch höher durchsichtig von unten; kleine Maschen für Absätze und Pfoten
Tränen- oder Riffelblech bleibt liegen, braucht Gefälle mittel, bei Nässe geringer geschlossene Fläche, lauter beim Begehen
Lochblech mit aufgestellter Lochung läuft teilweise ab hoch guter Kompromiss für Hauseingänge
Holz oder Naturstein auf Stahlkonsolen bleibt liegen je nach Oberfläche wohnlich, aber pflegebedürftig

Für Roste in öffentlichen Verkehrswegen, etwa am Eingang eines Geschäfts, nennt die DGUV-Information 208-007 Maschen, deren lichte Weite in einer Richtung 10 mm nicht überschreitet. So bleiben Absätze nicht hängen. Im privaten Bereich ist das keine Pflicht, aber ein guter Maßstab.

Die Vorderkante jeder Roststufe hat eine gelochte oder geriffelte Antrittskante. Sie macht die Stufe sichtbar und gibt dem Fuß Halt.

Entwässerung

Bei Gitterroststufen erledigt sich das Thema fast von selbst. Zu planen bleibt, wohin das Wasser unter der Treppe läuft: weg vom Haus, nicht in den Kellerlichtschacht und nicht auf den Weg des Nachbarn.

Geschlossene Podeste und Blechstufen bekommen ein leichtes Gefälle vom Gebäude weg; üblich sind 1,5 bis 2 Prozent. Vor der Türschwelle hilft ein Rost oder eine Rinne, damit Schlagregen nicht unter der Tür steht.

Korrosionsschutz

Außentreppen werden nach dem Schweißen im Ganzen feuerverzinkt. Dafür muss die Konstruktion verzinkungsgerecht sein: Hohlprofile brauchen Zu- und Ablaufbohrungen, damit das Zink innen ablaufen und Luft entweichen kann, und die Bauteile müssen in das Zinkbad passen. Lange Treppen werden deshalb in Abschnitten gefertigt und auf der Baustelle verschraubt. Wer Farbe möchte, lässt nach dem Verzinken pulverbeschichten. Die Verfahren erklärt der Ratgeber Oberflächenveredelung.

Nachträgliches Schweißen oder Bohren auf der Baustelle zerstört die Zinkschicht an der Stelle. Deshalb wird vor der Fertigung genau aufgemessen.

Geländer, Handlauf und Genehmigung

Die freien Seiten von Treppenlauf und Podest brauchen ab 1 m Absturzhöhe ein Geländer. Höhe und Füllung stehen im Ratgeber Geländerhöhe, die Maße des Handlaufs unter Handlauf-Vorschriften.

Zur Genehmigung: Eine neue Außentreppe als Zugang zum Obergeschoss verändert das Gebäude und oft auch die Abstandsflächen. Sie braucht in der Regel einen Bauantrag. Dient sie als notwendige Treppe eines Gebäudes der Gebäudeklassen 3 bis 5, müssen ihre tragenden Teile aus nichtbrennbaren Baustoffen bestehen (§ 34 Absatz 4 BauO NRW) – Stahl erfüllt das. Den Standsicherheitsnachweis erstellt ein Tragwerksplaner.

Quellen

Bauarten und Ausführungen zeigt die Seite Stahltreppen, ein gebautes Beispiel die Werkstatttreppe mit Gitterroststufen. Das passende Geländer lässt sich mit dem Geländer-Planer und dem Stababstand-Rechner vorbereiten.

Häufige Fragen

Kurz beantwortet

Wie tief muss das Fundament einer Außentreppe sein?

So tief, dass die Sohle unter der Frostgrenze liegt; als Mindestmaß gelten 80 cm. In bindigen Böden wie Lehm und Ton ist das besonders wichtig, weil sie Wasser halten und beim Gefrieren heben. Größe und Bewehrung legt der Tragwerksplaner fest.

Braucht eine Außentreppe eine Baugenehmigung?

Häufig ja. Die Liste der verfahrensfreien Vorhaben in § 62 BauO NRW nennt Außentreppen nicht ausdrücklich. Was verfahrensfrei ist, steht im Ratgeber Genehmigungsfrei bauen in NRW; im Zweifel klärt es ein Anruf beim Bauamt.

Sind Gitterroststufen bei Schnee und Eis sicher?

Sie sind draußen die unempfindlichste Lösung, weil Wasser und Schnee durchfallen. Roste mit gezahnten Tragstäben greifen zusätzlich. Eis kann sich trotzdem bilden – geräumt werden muss auch eine Rosttreppe.

Kann die Treppe direkt an der Hauswand befestigt werden?

Ja, wenn die Wand die Last aufnimmt und der Anschluss abgedichtet ist. An gedämmten Fassaden braucht es thermisch getrennte Befestigungen. Oft ist es einfacher, das Podest auf eigene Stützen zu stellen und am Haus nur zu halten.

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