Zuerst die Maße
Steigung, Auftritt und Lauflänge einer Außentreppe werden wie bei jeder Treppe aus der Höhe berechnet. Die Höhe ist hier der Abstand zwischen dem fertigen Gelände unten und der Türschwelle oder dem Podest oben. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Treppe planen nach DIN 18065; die Zahlen für die eigene Höhe liefert der Treppenrechner.
Draußen kommt hinzu: Das Gelände ist selten eben und wird oft erst nach der Treppe gepflastert. Die Höhe der untersten Stufe muss deshalb auf das spätere Pflaster bezogen werden, nicht auf den Rohboden.
Fundamente: frostfrei und über dem Spritzwasser
Gefriert Wasser im Boden unter einem Fundament, hebt es das Fundament an. Im Frühjahr setzt es sich wieder, selten gleichmäßig. Die Treppe verzieht sich, der Anschluss am Haus reißt. Deshalb liegt die Fundamentsohle unter der Frostgrenze. Als Mindestmaß werden 80 cm genannt; in Höhenlagen ist es mehr.
Für eine gerade Treppe genügen meist zwei Fundamente: eines am Antritt, eines unter den Podeststützen. Drei Punkte sind bei der Ausführung wichtig:
- Fundamentkopf über Gelände. Der Stützenfuß steht nicht im Erdreich und nicht in der Pfütze. Einige Zentimeter Beton über dem Pflaster halten Spritzwasser und Streusalz vom Stahl fern.
- Fußplatte gedübelt statt einbetoniert. Eine verschraubte Fußplatte lässt sich ausrichten und bleibt kontrollierbar. Ein einbetonierter Pfosten rostet genau an der Stelle, die niemand sieht.
- Leitungen vorher orten. Vor Hauseingängen liegen Hausanschlüsse, Regenwasser- und Drainageleitungen dicht beieinander.
Anschluss an das Gebäude
Am oberen Ende gibt es zwei Wege. Entweder das Podest liegt auf Konsolen an der Hauswand – dann trägt die Wand einen Teil der Last. Oder das Podest steht auf vier eigenen Stützen und wird am Haus nur gegen Verschieben gehalten. Die zweite Lösung belastet die Wand kaum und ist bei Altbauten mit unbekanntem Mauerwerk und bei gedämmten Fassaden die sichere Wahl. Für Anker in gedämmten Wänden gilt, was im Ratgeber Montage an Wärmedämmung steht.
Zwischen Podest und Fassade bleibt eine Fuge. Sie verhindert, dass Wasser vom Podest an der Wand hinunterläuft und dass Stahl und Mauerwerk sich bei Temperaturwechsel gegenseitig zwängen.
Das Podest vor der Tür
Eine Treppe darf nicht unmittelbar hinter einer Tür beginnen, die in Richtung der Treppe aufschlägt. Dazwischen gehört ein Absatz, der mindestens so tief sein soll, wie die Tür breit ist (§ 34 Absatz 7 BauO NRW). Bei einer Tür von 1 m Breite also 1 m Podesttiefe – in der Praxis etwas mehr, damit man beim Aufschließen sicher steht und eine Tasche abstellen kann.
Lange Läufe werden nach höchstens 18 Stufen durch ein Zwischenpodest unterbrochen.
Stufenbeläge im Vergleich
| Belag | Wasser, Schnee | Rutschhemmung | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Gitterrost | fällt durch | hoch, mit gezahnten Stäben noch höher | durchsichtig von unten; kleine Maschen für Absätze und Pfoten |
| Tränen- oder Riffelblech | bleibt liegen, braucht Gefälle | mittel, bei Nässe geringer | geschlossene Fläche, lauter beim Begehen |
| Lochblech mit aufgestellter Lochung | läuft teilweise ab | hoch | guter Kompromiss für Hauseingänge |
| Holz oder Naturstein auf Stahlkonsolen | bleibt liegen | je nach Oberfläche | wohnlich, aber pflegebedürftig |
Für Roste in öffentlichen Verkehrswegen, etwa am Eingang eines Geschäfts, nennt die DGUV-Information 208-007 Maschen, deren lichte Weite in einer Richtung 10 mm nicht überschreitet. So bleiben Absätze nicht hängen. Im privaten Bereich ist das keine Pflicht, aber ein guter Maßstab.
Die Vorderkante jeder Roststufe hat eine gelochte oder geriffelte Antrittskante. Sie macht die Stufe sichtbar und gibt dem Fuß Halt.
Entwässerung
Bei Gitterroststufen erledigt sich das Thema fast von selbst. Zu planen bleibt, wohin das Wasser unter der Treppe läuft: weg vom Haus, nicht in den Kellerlichtschacht und nicht auf den Weg des Nachbarn.
Geschlossene Podeste und Blechstufen bekommen ein leichtes Gefälle vom Gebäude weg; üblich sind 1,5 bis 2 Prozent. Vor der Türschwelle hilft ein Rost oder eine Rinne, damit Schlagregen nicht unter der Tür steht.
Korrosionsschutz
Außentreppen werden nach dem Schweißen im Ganzen feuerverzinkt. Dafür muss die Konstruktion verzinkungsgerecht sein: Hohlprofile brauchen Zu- und Ablaufbohrungen, damit das Zink innen ablaufen und Luft entweichen kann, und die Bauteile müssen in das Zinkbad passen. Lange Treppen werden deshalb in Abschnitten gefertigt und auf der Baustelle verschraubt. Wer Farbe möchte, lässt nach dem Verzinken pulverbeschichten. Die Verfahren erklärt der Ratgeber Oberflächenveredelung.
Nachträgliches Schweißen oder Bohren auf der Baustelle zerstört die Zinkschicht an der Stelle. Deshalb wird vor der Fertigung genau aufgemessen.
Geländer, Handlauf und Genehmigung
Die freien Seiten von Treppenlauf und Podest brauchen ab 1 m Absturzhöhe ein Geländer. Höhe und Füllung stehen im Ratgeber Geländerhöhe, die Maße des Handlaufs unter Handlauf-Vorschriften.
Zur Genehmigung: Eine neue Außentreppe als Zugang zum Obergeschoss verändert das Gebäude und oft auch die Abstandsflächen. Sie braucht in der Regel einen Bauantrag. Dient sie als notwendige Treppe eines Gebäudes der Gebäudeklassen 3 bis 5, müssen ihre tragenden Teile aus nichtbrennbaren Baustoffen bestehen (§ 34 Absatz 4 BauO NRW) – Stahl erfüllt das. Den Standsicherheitsnachweis erstellt ein Tragwerksplaner.
Quellen
- Landesrecht NRW: Landesbauordnung 2018, Fassung ab 1. September 2026 – § 34 Treppen, § 38 Umwehrungen
- BGN: DGUV-Information 208-007 „Roste – Auswahl und Betrieb“, Abschnitt 2
Bauarten und Ausführungen zeigt die Seite Stahltreppen, ein gebautes Beispiel die Werkstatttreppe mit Gitterroststufen. Das passende Geländer lässt sich mit dem Geländer-Planer und dem Stababstand-Rechner vorbereiten.